Körperidentitätsstörungen

Körperidentitätsstörungen beinhalten das tiefe Empfinden einer Person, dass bestimmte Körperteile sich fremd anfühlen oder nicht zur eigenen Person gehören. Es kommt zu einer Deckungsungleichheit zwischen innerem gefühlten Körperbild und äußerem tatsächlichen Körperbild.

Der hohe Leidensdruck, der durch diese Deckungsungleichheit hervorgerufen wird, äußert sich konkret in dem Verlangen, die „überflüssigen“ Körperteile aus dem fehlerhaften Körperschema entfernen zu wollen, das heißt die Betroffenen erhoffen sich zum Beispiel durch eine Amputation oder Lähmung des entsprechenden Körperteils, ein Kongruenzgefühl von Körperbild und Körperidentität zu erlangen, und damit eine deutliche Entlastung des Leidensdruckes zu verspüren.

Das Ausmaß des Leidensdruckes ist nicht objektivierbar, um aber eine Vorstellung  zu bekommen, berichten Betroffene oft von einer täglichen, sehr zeitintensiven Beschäftigung mit dem Thema des eigenen Körpers. Diese Beschäftigung ist sehr energieaufwendig, worunter dann andere Aktivitäten des Tages leiden. Die betroffenen Körperteile werden ungern oder nicht benutzt, und Bewegungen fühlen sich in jeder denkbaren Situation falsch oder fremd an.

Zudem wird der Leidensdruck durch die Scham, die mit solchen Körperempfindungen einhergeht, verstärkt. Betroffene haben große Hemmungen, sich nahestehenden Personen anzuvertrauen.

Ursache:

Die Ursache dieser Symptomatik, die auch unter dem Namen Body Integrity Identity Disorder (BIID) oder Xenomelie bekannt ist, ist noch ungeklärt. Es gibt bereits Forschungsergebnisse welche mögliche Erklärungen auf hirnorganisch-neurologischer oder psychologischer Ebene vermuten lassen. Um sich aber ein konkretes Bild von dieser Erkrankung zu verschaffen, bedarf es an weiterer Forschung. Mehr dazu finden Sie unter FORSCHUNG.

 

<